Kollaboratives Filmemachen

Zahlreiche Tools wollen einem das Filmemacher-Leben vereinfachen. Die richtige Auswahl ist entscheidend, sonst bildet man Funktionen doppelt ab oder verkompliziert den Schaffensprozess. Mit diesem Post möchte ich den meiner Meinung nach idealen Workflow für kollaborative Videoprojekte für Adobe Premiere beschreiben – der Fokus liegt insbesondere auf der Vor- und Postproduktion.

Vorproduktion

Die Zeiten sind vorbei, in denen Word- oder PDF-Dokumente hin und her verschickt wurden. Mit Cloud-Office-Produkten wie GoogleDrive (oder Microsoft 365) können Textdateien erstellt und dem Team bereitgestellt werden. Skripte, Dispositionen und sonstige Dokumente der Vorproduktion werden so zentral verwaltet und können zudem von jedem Produktionsbeteiligten bearbeitet oder kommentiert werden. Das spart Zeit.

Das zweite Tool ist Trello, eine einfache Projektmanagement-Software, in der nach dem Kanban-Modell auf einer “digitalen Pinnwand” über Listen, die die einzelnen Produktionsstufen darstellen, die Filmprojekte als “Karten” organisiert werden können. Das bietet zahlreiche Vorteile: jeder im Team kennt den aktuellen Stand und die Aufgaben, die als nächstes zu tun sind. Die Kommunikation ist über die Kommentarfunktion gewährleistet, Checklisten sind erstellbar, Aufgaben zuweisbar und außerdem ist Trello mit zahlreichen anderen Tools, bspw. GoogleDrive oder Kalendern, verknüpfbar. Bestenfalls erstellt man sich ein Template mit Checklisten, das für jedes Filmprojekt übernommen werden kann.

Produktion

Die Datensicherung ist essentiell geworden. Backups sollten am Set erstellt werden. Bevor man jedoch Laptop und Festplatten mit schleppt, reicht oft auch z.B. ein kleines Kopiergerät wie bspw. die von NextoDI* für wenige Hundert Euro aus.

Postproduktion

Gerade wenn mehrere Personen an einem Projekt arbeiten, empfiehlt es sich, eine einheitliche Ordnerstruktur einzuführen und diese konsequent beizubehalten. Denn wenn die großen Datenmengen wie das Footage einheitlich abgespeichert sind, reicht es bei ortsunabhängiger Zusammenarbeit aus, die Projektdatei zu verschicken. Bei Zusammenarbeit am gleichen Ort können die Projekte über ein NAS an jedem Schnittrechner „nativ“ geöffnet werden. Das mühsame Verbinden von “Offline”-Clips entfällt.

Ordnerstruktur

Dies ist eine Ordnerstruktur, wie man sie einmal erstellen und dann für jedes Filmprojekt kopieren kann. Alternativ kann man auch auf kleine Tools wie das Programm Post Haste zurückgreifen, die das für einen übernehmen:

  • _Edit Project Files
  • 01 Source Media
    • Camera Original
    • Production Sound
    • Photos Stills Scans
    • Transcodes
    • Other Media
  • 02 Audio
    • Mixes
    • Music
    • OMF AAF Exports
    • SFX
    • VoiceOver
  • 03 Graphic VFX
    • After Effects Projects
    • Elements
  • 04 Exports
    • Submasters Textless Splits
    • Review
    • Finals

Ebenso sollte im Premiere-Projekt eine einheitliche Dateistruktur angelegt werden:

  • _Edits
    • Interviews
    • Sequence
    • Archive
  • Audio
    • Production Sound
    • Music
    • VoiceOver
    • Mixes
    • SFX
  • Footage
  • Graphics VFX

Ich empfehle zudem für das Footage die Ordner und Dateinamen nach einheitlichem Schema zu benennen. Arbeitet man nicht mit Kameras, die ohnehin ihre eigene Ordnerstruktur haben (RED, P2), wiederholen sich Dateinamen immer wieder. Mit jedem Renamer-Programm können Dateien nach folgendem Schema umbenannt werden: Projektkürzel_Monat_Tag_KameraAoderB_Karte_lfnr oder konkret SF0823A1_01.mov.

Was individuell entschieden werden muss, ist, ob die Cache-Dateien von Premiere ebenfalls im Projektordner mit abgelegt werden sollen. Das hat Vor- und Nachteile: Schnellerer Zugriff bei höheren Speicherverbrauch im Projektordner VS. Zeitverlust, dafür Datensparsamkeit im Projektordner.

Abnahmen mit Auftraggebern können einfach mit Tools wie FrameIO, Wipster oder der Review-Funktion bei Vimeo abgewickelt werden.

Noch ein Wort zur Kommunikation

Mit der Kombination Trello und GoogleDrive hat jeder Produktionsbeteiligte direkten Zugriff auf wesentliche Dokumente bei gleichzeitiger Kommunikationsmöglichkeit. E-Mails sind in der Videoproduktion fast obsolet geworden. Quasi jeder nutzt heutzutage WhatsApp oder andere Messanger. Hierüber kann man am unkompliziertesten einfache Fragen oder Organisatorisches klären. Ein richtiges Feedback sollte jedoch persönlich oder über die „Feedback-Tools“ oder Kommentarfunktionen der verschiedenen Apps erfolgen.

Wie organisierst du deinen Workflow? Hast du Tipps? Dann lass einen Kommentar da.

Foto: Mark Cruz von Unsplash; Screenshot: Sebastian Bickert

Content-Marketing-Tools: Organisation

Eine gute Planung hilft, Ressourcen richtig einzusetzen und strukturiert zu arbeiten. Bei der Organisation von Content geht es darum, die Themen zu verwalten, d.h. Nutzen und Ziele festzuhalten, ggf. die Idee mit Notizen/Material/Links anzureichern, Aufgaben zu verteilen, Medientyp, Darstellungsform und Distributionskanal festzulegen, den Status zu dokumentieren sowie die Promotion und zeitliche Abläufe zu planen. Auch hier gibt es einige Tools, die euch die Arbeit erleichtern.

Projektmanagement-Tools

Die beiden Projektmanagement-Tools Trello und Asana eignen sich für die Organisation des Content-Marketings hervorragend, etwa zum festhalten von Themen, Zuweisung eines Bearbeiters und haben natürlich auch einen Kalender an Bord, der als Redaktionsplan fungieren kann. Fazit: Gut für kleine bis mittlere Teams. Bilden alle wichtigen Funktionen ab.

Der Klassiker: Die Tabelle

Für kleineren Teams (bzw. Einzelkämpfer) oder Projekte kann die Redaktionsplanung auch einfach über Tabellen erledigt werden. Hier arbeitete man früher gerne mit Excel-Tabellen, mittlerweile sind diese aber bspw. von Google Spreadsheets abgelöst worden. Die Vorteile überwiegen hier: ist immer und überall online verfügbar, bietet Möglichkeit zur Zusammenarbeit. Fazit: Im Kleinen funktioniert’s wunderbar.

Als Alternative für kleine Projekte oder für die Organisation seiner persönlichen Arbeit empfehle ich Evernote. Mit dem multifunktionalen Notizbuch können Aufgabenlisten, Dokumente usw. abgelegt werden. Notizen können für Kollegen geteilt und gemeinsam bearbeitet werden.

Meine Empfehlung

Scompler nutze ich persönlich für dieses Blog und bin damit sehr zufrieden. In der Basis-Variante ist das Tool kostenfrei und bildet alles ab, was Content Marketer benötigen: Dokumentation der Strategie und Möglichkeit des Abgleichs auf Contentebene, Themen- und Redaktionsplan, Kalender. In der kostenpflichtigen Variante kann es zur Schlüsselanwendung eines virtuellen Newsrooms ausgebaut werden (u.a. Aufgaben im Team managen, Zusammenarbeit).

Content-Marketing-Tools: Recherche

Für die Recherche relevanter Themen gibt es eine Vielzahl an Tools, die euch die Arbeit erleichtern. Hier eine Übersicht mit meinen Favoriten der Themenakquise.

Keyword-Recherche

Neben dem Klassiker, dem Google AdWords Keyword-Planer, eignen sich auch der Moz Keyword Explorer oder SEMrush, um Ideen für relevante Begriffe zu finden. Wer ein Keyword hat, kann mittels Autovervollständigung bei der Google- und YouTube-Suche Keyword-Kombinationen finden oder sich auf der ersten SERP verwandte Suchanfragen anzeigen lassen, um konkreter in eine Themenrichtung weiterzudenken.

Wer es einfacher haben will, dem möchte ich das Tool Hypersuggest empfehlen. Hier werden Keyword-Kombinationen und W-Fragen zum gesuchten Begriff vorgeschlagen. Mit einem Klick und das sogar kostenfrei (Spende möglich).

Google Trends stellt die Anzahl von tatsächlich eingegebenen Suchbegriffen im zeitlichen Verlauf dar und setzt diese in Relation zum gesamten Suchvolumen oder einem anderen Suchbegriff. Der Service soll das Interesse der Nutzer widerspiegeln und Prognosen ermöglichen. Google Trends zeigt auch verwandte Suchbegriffe und Themen.

Inspiration

Ein anderes geniales Tool ist der Portent’s Idea Generator, mit dem ihr Überschriften im Buzzfeed-Stil generiert. So schafft ihr innerhalb kürzester Zeit, verschiedene Perspektivwechsel und Themenideen durchzuspielen. Ähnlich funktioniert der Kickass Headline Generator.

Zur Inspiration und Konkurrenzbeobachtung eignen sich aber natürlich auch altbewährte Dienste wie Feedly (RSS-Reader, Themenabonnements), Pocket, Medium.com oder Slideshare.net.

Social Proof

Welche Inhalte werden besonders gut angenommen? Hier hilft das Analyse-Tool von Buzzsumo, um Content mit besonders vielen Interaktionen im Social Web zu einem bestimmten Themengebiet oder von einem Mitbewerber zu finden. Außerdem ist ein Recherche-Tool für Influencer an Bord.

Nuzzel ist ein Aggregationsdienst, der besonders häufig geteilte Themen in eurer Twitter-Timeline aufzeigt. So könnt ihr schnell und zuverlässig erkennen, was die Menschen umtreibt und selbst mit einem Beitrag drauf reagieren.

Frage-Antwort-Portale

GuteFrage.net und Quora sind Portale, die Antworten auf Fragen liefern möchten, zu denen es noch keine gut aufbereiteten Informationen im Web gibt. Die Threads dienen hervorragend zur Inspiration eigener Artikel.

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